Autofahrerlexikon

Herübergerettet von meiner Uralt-Homepage.
Vielleicht wird’s eines Tages sogar vollständig. 😉

A B C DFH


Abbiegen:

Laut Helge Schneider fahren Autos grundsätzlich „in Richtungen“. So weit, so gut. Fatalerweise jedoch muss die Fahrtrichtung ab und an gewechselt werden. Wenn dies in einem Winkel von ca. 90 Grad geschieht, nennt man es auch ‚Abbiegen‘. Dieses Manöver eröffnet Ihnen ungeahnte Möglichkeiten, der Raserei auf deutschen Straßen entgegen zu wirken!

1. Leiten Sie ca. einen halben Kilometer vorher das nötige Bremsmanöver ein! Schließlich hat ihr Auto den Bremsweg eines Supertankers.

2. Unterlassen Sie es, dabei zu blinken. Eine Fahrtrichtungsanzeige könnte nachfolgenden Automobilisten Aufschluss über ihre mutmaßlichen Absichten verschaffen und verstößt demzufolge gegen den Datenschutz.

3. Wenn Sie rechts abbiegen wollen, scheren Sie 300 m vorher nach links auf die Gegenfahrbahn aus. Dies verhindert im Zusammenwirken mit 2. endgültig, dass Sie von nachfolgenden Rasern mit ca. 50 km/h überholt werden – von der immensen Beeindruckung entgegen kommender Verkehrsteilnehmer ganz zu schweigen.

4. Ca. 10 m vor dem Abbiegen blinken Sie nun doch, und zwar links – aber nur, wenn Sie nach rechts abbiegen wollen!

5. So, fast geschafft. Sie befinden sich nahezu auf Höhe der Querstraße. Bedenken Sie nun, dass Sie ihr Lenkrad um maximal 10 Grad einschlagen, um sämtliche Fahrspuren sämtlicher von Ihnen als Steuerzahler mit finanzierten Straßen voll auszunutzen. Alles andere wäre Verschwendung öffentlichen Eigentums, eine körperliche Anstrengung und somit eine Zumutung.

6. Wussten Sie, dass ein modernes Automobil beim Abbiegen extrem umfall-gefährdet ist? Na klar! Deshalb reduzieren Sie das Tempo auf maximal 1,4142 km/h. Auch das wirkt extrem ‚verkehrsberuhigend‘.


Abfahrt:

Nein, nicht das Verlassen der Autobahn! Dazu benutzen Sie eine Ausfahrt.

Gemeint ist der Zeitpunkt, an dem Sie ihr Auto in A starten, um zu einem bestimmten Zeitpunkt in B anzukommen. Damit man sich dabei nicht unnötigem Stress und Zeitdruck auszusetzt, empfiehlt sich die sog. rechtzeitige Abfahrt.

Um z.B. geruhsam und erholt nach München zu gelangen, starten Sie in Flensburg doch einfach eine Woche vorher! Damit garstigerweise kollidierende Termine verschieben Sie folgerichtig auf die Vorwoche, die Temine der Vorwoche auf die Woche davor usw. …

Mit dieser auch vom ADAC empfohlenen Methode vermeiden Sie garantiert Raserei, Hektik und erhöhte Unfallgefahr.

Genial, gell?


Abstand:

Die Entfernung von Ihrer vorderen bis zur hinteren Stoßstange Ihres Vordermanns bzw. von Ihrer hinteren bis zur vorderen Stoßstange Ihres Hintermanns (alles klar?). Wird normalerweise in (wenigen!) Zentimetern angegeben.

Ausnahme: Handelt es sich bei mindestens einem Fahrzeug um einen Amok-Kleintransporter auf der Autobahn, wird die Maßeinheit ‚Nanometer‘ verwendet.

Zu geringer Abstand ist normalerweise kein Grund zur Beunruhigung, es sei denn, Ihr Abstand zum Vordermann ist nach der sog. Glöckner’schen Formel wesentlich kleiner als dessen Abstand zu Ihnen.

Einen besonders geringen Abstand sowie die Lichthupe sollten Sie als Fahrer eines Kleinwagens wählen, um einen Ferrari von der linken Autobahnspur zu verscheuchen. Ignorieren Sie dabei die Tatsache, dass sich direkt vor dem Ferrari 10 LKW befinden und die Bremsen des Italieners geringfügig besser sind als Ihre. Schließlich ist die Welt eine Scheibe und endet immer vor dem nächsten Fahrzeug!


Ampel:

Im Beamten-Volksmund auch ‚Lichtzeichenanlage‘. Dient wie die Bake und die Baustelle der Verkehrsentschleunigung und damit der Besinnlichkeit in hektischen Zeiten. Besonders gern gerät man nachts um drei auf Umgehungsstraßen vor Ampeln mit (gefühlt) fünf-minütiger Rotphase ins Philosophieren:

– Bin ich wirklich allein auf dieser Welt?

– Vor welchen automobilistischen Querschüssen schützt mich dieses Denkmal juristischer Absicherung?

– Gar vor mir selbst, damit ich nicht das Ziel ‚Der Stillstand auf dem Weg ist das Ziel‘ aus den Augen verliere?

Autofahrer gehen je nach Location ganz verschieden mit der Herausforderung ‚Ampel‘ um:

– Frankfurt a.M.: Rot? Mal vollstoff drufflos brettern – vielleischt springt se ja vor Schreck uff Grün?

– Münster: Stell dir voa, es is Grün, und keina fääat los!

– Wiesbaden: Grün? Mir reischt es, mit 20 Knote (ca. 37 km/h) druffloszuseescheln unn bei Frühgelb die Ziellinie zu passiere. Die hinner mir hawwe die Regatta halt verlore.

Gegen Egotripper der letzten Sorte gibt es allerdings ein hübsches kleines Revanchefoul, besonders bei Dunkelheit:

Zweimal – natürlich ‚versehentlich‘, s. Disclaimer! – ganz kurz auf die Lichthupe, und schon ärgert sich der Penner jenseits der Ampel aufgrund vermeintlicher Blitzung ebenfalls! >:->

Übrigens gab es Ampeln eine Zeitlang auch im politischen Bereich – bis die gelbe Glühbirne kaputtging bzw. nur noch mit 4% Leuchtkraft funzelte.


Angepasste Geschwindigkeit:

Dieser Begriff wurde früher gern gebraucht, um eine den Umständen entsprechende, zügige Fahrweise zu beschreiben. Diese Definition ist jedoch völlig überholt! Ihr Gaspedal kennt genau 3 Stellungen: a) off, b) 70 km/h, c) 110 km/h.

a) wählen Sie zum Abbiegen, Punkt 6 (s.o.).

b) ist Ihre Standardgeschwindigkeit auf trockener, gerader, breiter Bundesstraße (auch beim Überholen eines mit 69 km/h dahin zockelnden Trödlers bei Gegenverkehr!) ebenso wie beim Vorbeibrettern an Kindergärten und Seniorenresidenzen innerorts.

c) ist Ihre Standardgeschwindigkeit auf dreispurigen Autobahnen – natürlich auf der linken Spur und vor allem dann, wenn rechts von Ihnen weit und breit niemand ist!

Bedenken Sie, dass jede Anpassung der Geschwindigkeit an mutwillig eintretende äußere Umstände zu erhöhtem Spritverbrauch und damit zur Umweltbelastung beiträgt! Deshalb halten Sie sich an das Motto „Wir müssen sparen, koste es, was es wolle“. Ignorieren Sie also zwecks Erreichens dieses hehren Zieles getrost die minimale Umweltbelastung durch die Monsterstaus, die Sie verursachen.


Autobahn:

Früher: gegenverkehrs- und kreuzungsfreie Schnellstraße mit mindestens zwei Fahrspuren pro Richtung, übrigens nicht von einem gewissen H. aus B. erfunden, sondern schon von der Reichsregierung des Jahres 1929.

Heute: Großparkplatz mit Mautgefahr. Das Attribut ’schnell‘ wird von Politikern wie Automobilisten im Zusammenhang mit ‚Straßenverkehr‘ zunehmend als abwegig empfunden. Bewährte Maßnahmen gegen ’schnell‘: Baken, Baustellen, Unfälle (s. Crash).


Automobil:

Das heißt wörtlich ’selbst beweglich‘, und das ist gut so. Schließlich wollen Sie Ihre Aufmerksamkeit und mehr oder weniger vorhandene Hirnkapazität nicht zum Bewegen Ihres KFZ, sondern zu Nützlicherem verwenden, z.B. zum simultanen Handyfonieren, WhatsAppen, Speisen, Trinken, zur feuilletonistisch fundierten Musikauswahl und für ein Schwätzchen mit Ihrer Beifahrerin.

Besonders bei Letzterem ist es übrigens unhöflich, den Blick geradeaus auf die Straße zu richten. Lassen Sie Ihrem Gesprächspartner Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zuteil werden und schauen Sie ihn / sie beim Zutexten permanent an. Was interessiert Sie der Vordermann? Dumm nur, wenn der gerade abbiegen will (s.o.) …

Übrigens: Es gibt ein unausrottbares Vorurteil, dass ein Automobil dazu diene, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Das ist natürlich Quatsch! Ihr PKW ist die Fortsetzung des Wohnzimmers mit anderen Mitteln. Deshalb ist eine Nutzung im o.a. Sinne echt legitim und total erwünscht – außer vielleicht bei den wenigen Unbelehrbaren, die schnell von A nach B kommen wollen …


Bake:

Synonyme: Energievernichtungsschikane, Baumafiaeinnahmequelle, Verkehrgefährdungsbrett.

Es ist doch immer wieder schön, auf einer leeren Autobahn bei geilem Bretterwetter mal eben von 240 auf 80 km/h runterbremsen zu müssen, weil auf dem Mittel- oder Seitenstreifen drei einsame Baken vor sich hingammeln. 50 m weiter ist dann wieder freie Fahrt – bis zum nächsten 80-Schild, welches mit drei Körnern Rollsplitt begründet wird, die da vor einem Jahr mal lagen. Alles redet vom Energiesparen – Autobahnmeistereien nicht!

Ob an dem Gerücht was dran ist, dass die Baufirmenmafia solange kassiert, wie Baustellen mittels Baken oder anderer Schikanen ‚eingerichtet‘ sind? Und was könnte das rein theoretisch mit den Amtsbehörden zu tun haben?


Baustelle:

Was die Bake im Speziellen, ist die Baustelle im Allgemeinen: pure Schikane. Baustellen werden eingerichtet, und zwar vorzugsweise im Ferienverkehr. Dann passiert erst mal gar nichts, bevor im Zeitlupentempo über 6 – 24 Monate und mit max. 8 Arbeiterdenkmälern (Kinn auf Schaufel) auf 16 km wenig passiert, bis auf wundersame Weise der Zweck der Baumaßnahme dennoch irgendwie erreicht ist. Danach passiert zur Abwechslung erst mal wieder – genau! – gar nichts. D.h. die Baustelle bleibt bestehen, obwohl alles fertig ist. Hauptsache, man produziert schöne Staus und kann sich kommende Investitionen mit der genialen Begründung sparen, dass dort ja eh niemand fährt.

Ein Spezialfall sind Tages-‚Baustellen‘ im Berufsverkehr. Ja klar doch, das Gras auf dem Mittelstreifen muss unbedingt zwischen 8:00 und 10:00 gemäht werden; danach ist ja ver.di-verordnete Frühstückspause!

Schikanetechnisch beliebt ist auch die Fahrstreifenverengung auf max. 2 Meter. Normal ist es noch, wenn man auf der rechten, eigentlich breiteren Spur von manischen Unbedingt-Überholern in den Graben gedrängt wird, weil diese die Trennlinie als eine Art Leitstrahl betrachten, der mittig zwischen die Räder zu nehmen ist. Es lebe der MS-Flugsimulator! Richtig geil wird es aber, wenn ein Gegenverkehrender gegen die Begrenzung gebrettert ist und anschließend die Klötze (nicht seine!) mitten auf der eigenen Fahrbahn liegen. Bei so viel ‚Verkehrssicherheit‘ braucht man für den Nervenkitzel garantiert keine Simulationen à la Need for Speed oder GTA mehr!


Beleuchtung:

Wussten Sie, dass mindestens zehn Mio. deutsche Automobilisten offenbar von Interpol gesucht werden? Oder gibt es eine andere Erklärung dafür, dass sie partout nicht gesehen werden wollen? Erst kaufen diese mutmaßlichen Führerscheininhaber Autos in ‚Farben‘, die sich maximal (k)ein bisschen vom Fahrbahnbelag abheben.

Und genau diese Chauffeure grau-anthrazit-dunkelstblauer Familienkutschen mit serienmäßiger Klopapierrolle auf der Hutablage und Hut auf der Fahrerglatze sind immer die Letzten, die in der Dämmerung oder bei Nebel ihre Karre illuminieren. Andernfalls könnten sie doch tatsächlich irgendwem auffallen! Da wünscht man sich sogar den Disco-Ilja („Licht aus – Spot an!“) zurück! Obwohl … wir wollen ja nicht ungerecht sein … also die Nebelschlussleuchte brennt bei den Unterbelichteten auch tagsüber bei Nieselregen. Mutmaßlicher Grund: massive Hirnvernebelung.


Benzin:

Angesichts der Preise der Stoff, aus dem die Tränen sind. Vermachten in der guten alten Zeit wohlmeinende Erblasser ihren Lieben Gold und Diamanten als krisensichere, Gewinn garantierende Wertanlage, findet man heutzutage in Testamenten Verfügungen wie:

„Der Nichtsnutz X, der sich nie um mich gekümmert hat, soll sich mit fünf Kilo Gold rumschlagen.
Die gute Y, die mich so aufopfernd gepflegt hat, erhält zum Zeichen innigsten Dankes 90% meines Vermögens in Form von fünf Ampullen Super plus und dafür bald einen Eintrag im Forbes Magazine.“

Soviel zum Wert. Und wer hat’s erfunden? Nein, nicht Carl Benz, und die Schweizer schon gar nicht, siehe Wikipedia.

In den letzten Jahren hat es sich eingebürgert, Benzin teilweise aus Nahrungsmitteln herzustellen (E5, E10). Kollateralschäden wie die Verdoppelung von Grundnahrungsmittelpreisen in der Dritten Welt nehmen Umweltschützer dafür gern in Kauf; schließlich heißen sie nicht ‚Menschenschützer‘. Dabei wäre konsequent, d.h. zu 100% biologisches Benzin auf Basis einer EU-resistenten Rezeptur auch der Sicherung der Ernährungsgrundlage durchaus förderlich: Hopfen, Malz und Gerste, das wär’s eigentlich …


Beschleunigen:

Wird auch von Lenkern PS-starker Karossen gern mit ‚Zeitlupe‘ gleichgesetzt. Besonders beim Einfahren in die Autobahn mutiert der Beschleunigungsstreifen meist zum Parkplatz. Wenn dann endlich 10 LKW neben dem Beschleunigungsverweigerer kleben, denen er rein theoretisch längst enteilt sein könnte, greift er zum ultimativen Mittel des Bremsens, was wiederum zu einem emotionalen Highlight beim Beschleunigungswilligen hinter ihm führt: Hassliebe lite (ohne das Add-on ‚Liebe‘).

Auch bei ’normalen‘ Überholvorgängen wird eine nennenswerte Beschleunigung gern vermieden, s. Angepasste Geschwindigkeit.

Mutmaßliche Motivation: Spritsparen! Die vierte Dimension ‚Zeit‘ findet im Hirn „umweltfreundlich“ beschleunigender Zeitgenossen trotz der oben erwähnten Lupe schlicht nicht statt. Dieselbe Teilmenge von Mitbürgern installiert auch im trauten Heim Durchflussbegrenzer in Wasserhähnen nach dem Motto: ‚Wenn das Wasser langsamer fließt, habe ich bestimmt was gespart‘. Dass es nur länger dauert, bis das Spülbecken voll ist, liegt außerhalb des Ökogutmenschenwahrnehmungsbereichs. Helga Feddersen würde im Grabe rotieren!

Jedenfalls empfehlen Autohersteller und ADAC: Zügig zu beschleunigen, d.h. das Gaspedal zu 3/4 durchzutreten, spart am meisten Energie, weil die Wunschgeschwindigkeit am schnellsten erreicht wird. Aber auch das menschliche Hirn braucht ja viel Energie – da muss man die Einsparpotenziale schon sorgsam abwägen …


Bremsen:

Für Physiker: negative Beschleunigung. Für Normalos: Umwandlung von Trägheitsenergie in Reibungswärme – hach nee, das ist wohl auch noch Physik, und darin hatte ich eine 4-.

Noch’n Versuch: Die Kunst, gleichzeitig mit seinem eigenen auch noch eine variable Anzahl von Fremdfahrzeugen zum Stillstand zu bringen, obwohl deren Lenker das nicht wirklich wollen. Auch hier gilt: je langsamer desto nervtöt, s. auch Abbiegen, 1..

Jedenfalls ist Bremsen dasselbe wie Beschleunigen, bloß umgekehrt. Auch für den Bruder des Beschleunigungsstreifens aka Verzögerungsstreifen gilt: keinerlei Geschwindigkeitsänderung! Gebremst wird gefälligst 500 m vor dessen Beginn auf der Autobahn (optional: Überholspur) selbst!

Piep! Hier ist der SWR3-Verkehrsfunk. Folgende Staus über fünf Kilometer …


Chauffeur, ~ieren:

Klingt altmodisch-vornehm, heißt aber schlicht ‚Heizer‘ und stammt vermutlich aus der Dampfwagen-Epoche. Grundsätzlich hat sich seitdem nicht viel geändert; nur schaufelt man die Kohle nicht mehr in den Kessel, sondern in die Kassen des Fiskus und der Öl-Multis.

Chauffieren lässt man sich heutzutage vorzugsweise, gern auch in Stretch-Limos. Heizt man eigenhändig in sportiven Automobilen vom Alfa an aufwärts, werden analog zur Formel 1 eher die Termini ‚Pilot‘ bzw. ‚pilotieren‘ als adäquat empfunden.


Crash:

Neudeutsche, lautmalerisch gelungenere Bezeichnung für ‚Zusammenstoß‘.

Synomyme: Knautschlack (leichter Crash), Kaltverformung (schwererer ~).

Dient auch zur Stau-Generierung, indem Stunden lang halbe Zivilprozesse inkl. aufwändigster Beweisaufnahme mitten auf der Straße veranstaltet werden. Dabei wäre es vermutlich billiger, allen Crash-Beteiligten ohne Schuldermittlungen Pauschalentschädigungen aus dem Staatssäckel zu bezahlen, denn der volkswirtschaftliche Schaden durch Staus beträgt je nach Schätzung ca. 12 bis 100 Milliarden Euro pro Jahr!

Eine Petition, die Bundeswehr vollständig auf Räumpanzer umzurüsten, die – an neuralgischen Stellen stationiert – den Schrott ruckzuck von der Fahrbahn schubsen könnten, wurde jedoch vom Bundestag abgelehnt, da alle ausgebildeten BW-Kettenfahrzeugführer zur Zeit mit dem Chauffieren zweier Panzerhaubitzen in Afghanistan beschäftigt seien.

Einem tragischen Missverständnis sind sog. Crash-Kids unterlegen, die geklaute Automobile in Anfällen vorsätzlichen Vandalismus kaltverformen. Das ist nicht erlaubt! Legitim ist lediglich der Crash aufgrund fahrlässiger Blödheit!


Diesel:

1. Schauspieler (Vin)

2. Jeans

3. Selbstzünder.

Früher waren dieselbefeuerte PKW korrekt als Heizöl-Ferraris mit dem Beschleunigungsvermögen einer Wanderdüne verschrien, die man getrost auch mit Salat-, Schmier- oder eben buntem Heizöl betanken konnte. Bei manch ‚alternativem‘ Mitmenschen reichte gar ein kräftiges Auswringen des Haupthaars für eine halbe Tankfüllung.

Heutzutage dagegen findet man unter der Haube pures Common-Rail-Direct-Injection-Hi-Tech vor; Diesel-PKW brauchen sich in puncto Fahrleistung vor Benzinern nicht mehr zu verstecken. Der Umweltverschmutzung durch Rußpartikel wird wirksam mit entspr. Filtern begegnet – bei PKW; LKW und Busse stoßen weiterhin schwarze Wolken aus, Brummis aus Osteuropa (Russland!) sind zur Gänze in solche gehüllt. Auch wenn sich die die höheren Anschaffungskosten (warum eigentlich?) heute aufgrund ‚leicht angepasster‘ Treibstoffpreise erst nach ca. 5 Mio. statt nach 50.000 km amortisieren, bleibt der Diesel vor allem eines: unübertroffen wirtschaftlich – man muss nur gaanz fest dran glauben!


Downsizing:

Altdeutsch: Runterbegrößung … na gut: Verkleinerung.

Bei Karosserien findet Downsizing so gut wie nie statt. Speziell bei Kompaktwagen werden die Nachfolgemodelle manisch-zwanghaft immer größer, bis sie einen dermaßenen Unkompaktheitsgrad erreicht haben, dass ein neues Modell ‚darunter‘ mit den ursprünglichen Ausmaßen eingeführt werden muss – und das Spiel von neuem beginnt. Erst recht nicht gibt es Downsizing bei den Fahrzeug-Preisen. Die einschlägige Formel:

Preissteigerung = Karosserie-Upsizing2

Bei Triebwerken manifestiert sich Downsizing in einer Verminderung des Hubraums ohne Leistungsverlust mit Hilfe von Turboladern, Direkteinspritzung (nicht für Junkies geeignet und auch nicht, was Sie sonst gerade denken!), variablen Nockenwellenventilsteuerungen und sonstigen faulen Tricks. Ja gut, ich sach ma: Solange die Post abgeht …


Drehmoment:

1. Kurzes Zeitintervall bei Filmaufnahmen.

2. Das Wichtigste am Triebwerk! Maßeinheit: Newtonmeter. Da hat der olle Newton nach seiner hochgradig lästigen Erfindung der Schwerkraft mal eine richtig gute Idee gehabt! Zwar ergötzen Laien sich gern an PS-Zahlen (die Hype-Angabe ‚Kilo Watt‘ gilt nur für Dienstwagen von Deichgrafen!), aber die Power muss erst mal von unten raus kommen!

Faustregel: Drehmoment beginnt bei gängigen PKW von ca. 1,5 t bei ca. 350 Nm. Weniger ist für’n Eimer! Da können Sie sich auch einen Apfel auf den Kopf fallen lassen. Wurde das Drehmoment früher gern durch immer mehr Hubraum erzeugt, geschieht dies heute im Zuge des Downsizings zunehmend durch immer weniger Hubraum.


DSC:

1. Ganz großer Mist! Mein derzeitiges Autoradio hat sowas, und trotzdem empfange ich damit nie Nachrichten über den glorreichsten Fußballclub wo gibt.

2. Dynamic Stability Control. Schon besser, auch wenn es doch eher unwahrscheinlich ist, dass irgendein outgesourceter Programmierer Jahre im Voraus weiß, was für stabilitätsfördernde Maßnahmen hier und jetzt tunlichst einzuleiten sind. Besser Auto fahren als Sie oder ich kann er wahrscheinlich auch nicht.

Die eigentliche Frage ist jedoch:

Warum zur Hölle baut man DSC zwar in Staatskarossen, nicht aber in die Staatskassen maroder Euro-Länder ein???


Fahrbahn:

Entgegen einem weit verbreiteten Missverständnis keine Aufforderung an die Deutsche Bahn, mal einen fahren zu lassen (einen Zug natürlich).

Vielmehr ganz simpel die Sraßenoberfläche, die man unter die Räder nimmt. Tritt bevorzugt im Verbund mit Fahrbahnschäden auf, die wiederum als beliebter Vorwand für Dauer-Tempolimits herhalten müssen. Repariert werden können Fahrbahnschäden schon deshalb nicht, weil ‚R‘ in diesem Lexikon noch fehlt.

Außerdem wird je nach Wetter zwischen folgenden Fahrbahnzuständen samt angepasster Fahrweise differenziert:

– trockene ~: Sie fahren langsam;

– nasse ~: Sie fahren schnell;

– schneebedeckte / vereiste ~: Sie holen das Letzte aus Ihrem Triebwerk heraus.


Fahrerlaubnis:

Nicht zu verwechseln mit dem Führerschein.

Die Fahrerlaubnis berechtigt Sie je nach Klasse, mit bestimmten Kraftfahzeugen kraftzufahren – auch wenn Sie den Führerschein nicht dabei haben. Keineswegs besagt sie jedoch, dass Sie auch kraftfahren können! Eine Korrelation oder gar Kausalität zwischen dem Besitz einer Fahrerlaubnis und der Fähigkeit, mit Sinn und Verstand am Straßenverkehr teilzunehmen, konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Sonst hieße es ja ‚Denkerlaubnis‘.


Fahrspur, ~streifen:

Mittels weißer oder gelber Linien vorgenommen Einteilung der Fahrbahn in parallele Segmente, auf denen Fahrzeuge idealerweise einander überholen, kompromissweise nebeneinander herfahren und de facto nichts von alledem, da sie im Stau stehen. Die Anzahl der Fahrspuren bemisst sich nach folgenden Formeln:

– innerorts: Anz. Fahrspuren = Anz. Fahrspuren – 1,

da die rechte ~ als Parkstreifen für Shoppende, Lieferanten und shoppende Lieferanten dient;

– Autobahnen: Anz. Fahrspuren = Anz. Fahrspuren – 1,

da die linke bzw. mittlere ~ als Parkstreifen für Frauen in Kleinwagen und Männer in Mittelklasselimousinen dient.


Fahrweise, s. auch Angepasste Geschwindigkeit:

Ein weites Feld, welches sich grundsätzlich über dieses ganze Lexikon erstreckt.

Tritt bevorzugt mit den Attributen ‚unangepasst‘ = ‚hirnlos‘ und ‚vorsichtig‘ = ’schleichend‘ auf, wobei aber auch ’spritsparend‘ = ‚hirnlos‘ = ’schleichend‘ sein kann. D.h., fast alle Kombinationen sind erlaubt, nur ‚angepasst‘ = ‚zügig‘ nicht. Da ist man schon mal angepaisst.


Führerschein:

Nicht zu verwechseln mit der Fahrerlaubnis.

Amtlich ausgestelltes Dokument. In den USA immerhin als Ersatz für den Perso sinnvoll, besagt der „Lappen“ in Germany lediglich, dass Sie eine Fahrerlaubnis haben oder auch nicht mehr haben, bewegt sich also hart an der Grenze zur Nullinformation. Deshalb prüfen Polizeistreifen immer online, ob eine gültige Fahrerlaubnis vorliegt. Fazit: für nichts gut – außer natürlich als Gebühreneinnahmequelle.


Halogenlicht:

Einstmals als gewaltiger technischer Fortschritt gegenüber Karbid- und Edison’schen Glühlampen gefeiert, heute im Vergleich zu astrodynamisch-bipolar rückwärts um Kurven leuchtenden Quattro-Xenon-LED-Laser-Tachyonen-Schweinwerfern [sic, so bei Hella gelernt!] minder erhellend. Irgendwelche relevanten Auswirkungen hat das allerdings nur dann, wenn dem Chauffeur die verwegene Idee durchs Vakuum im Kopf schießt, überhaupt mit Licht zu fahren. Dies ist i.d.R. nicht der Fall.


Haltverbot:

Die gute Nachricht: Laut Wikipedia „darf immer und überall dort gehalten werden, wo es nicht verboten ist“. Die schlechte: Es ist immer und überall verboten. Noch verbotener ist lediglich das Parken, das übrigens kein eingeschränktes, sondern ein zeitlich erweitertes Halten ist. Deshalb heißt das Parkverbot offiziell „eingeschränktes Haltverbot“, oder so.

Im übrigen sollte vor allem auf Autobahnen das absolute Haltverbot viel stärker durchgesetzt werden! Jedem dumpfbackigen Stauverursacher, der mutwillig anhält, bloß weil sein Vordermann leicht bremst, ein 500-Euro-Knöllchen – da müsste doch der Verkehr endlich wieder flutschen!


Hubraum:

Veraltete Definition: Hubraum ist, wenn nix besser ist außer noch mehr Hubraum.

Heutige Definition: Es werde Turbo, und es ward Drehmoment.

Alle Welt redet vom 3-Liter-Auto – ich fahre schon seit fünf Jahren ein 2,5-Liter-Auto. Das wird allerdings auch das Ende der Hubraum-Fahnenstange sein, denn Downsizing rules! Ist ja auch alles gut und schön und angeblich sogar spritsparend. Aber den ultimativen Sound eines alten Ami-6-Liter-V8 haben die downgesizeten Designer bisher noch nicht hingekriegt. :‘-(


Hupe:

Laut § 55 StVZO eine „Einrichtung für Schallzeichen“, die meist im vorderen Bereich des Motorraums, dem sog. Hupraum, installiert ist.

Während in den meisten Ländern die Hupe zur Kommunikation mit anderen Automobilisten oder auch nur zu Unmutsbekundungen dient, darf in D’land etwas, das eingerichtet ist, noch lange nicht benutzt werden. Musik machen darf man damit auch nicht; die deutsche Hupe ist eintönig. Das ist doof!

Eine Hup-Legalisierung gibt es jedoch sogar bei uns: wenn man sich oder andere gefährdet sieht (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 StVO). Nr. 1 („wer außerhalb geschlossener Ortschaften überholt“) ist komplett überflüssig, da Überholen aufgrund der Kickdown-Phobie deutscher Überholer immer auch gefährlich ist, s. Angepis Angepasste Geschwindigkeit.


Hutablage:

Waagerechte Kofferraumabdeckung vor / unter der Heckscheibe aus undefinierbar recyceltem Pappplastikfilzmaterial. Ähnlich wie beim Kotflügel hat hier der Begriff seine eigene Bedeutung überlebt. Auf der Hutablage wird alles mögliche abgelegt: Wackeldackel, umhäkelte Klopapierrollen, Offroad-Sofakissen, aber keine Hüte. Die sitzen – wenn überhaupt – fest auf der Glatze des Opel Omega-Chauffeurs.

Auch das Deponieren schwererer Gegenstände (Golfschläger, Sixpacks, Kalaschnikows) verkraftet die Hutablage problemlos – die Insassen allerdings nur bis zur ersten Vollbremsung und dem anschließenden Auffahrunfall.

 

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